{"id":24,"date":"2016-10-03T10:03:16","date_gmt":"2016-10-03T10:03:16","guid":{"rendered":"http:\/\/joachimkrebs.de\/?page_id=24"},"modified":"2016-10-29T16:35:51","modified_gmt":"2016-10-29T16:35:51","slug":"artificial-soundscapes","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/joachimkrebs.de\/?page_id=24&lang=de","title":{"rendered":"Artificial Soundscapes"},"content":{"rendered":"<p>Die <b>Klangkompositionen<\/b> des Zyklus <b>Artificial Soundscapes<\/b> versuchen, <em>jenseits<\/em> von traditionellen Kategorien und Begriffen, wie z.B. auf der einen Seite der des autonomen Kunstwerks und der absoluten (Kunst)musik sowie auf der anderen Seite der der reinen Ger\u00e4uschcollage\/-montage bis hin zum Sounddesign einer funktionablen Ambientemusik, im <b>&#8222;Dazwischen&#8220;<\/b>, eine <b>Klangkunst<\/b> zu etablieren, welche auf radikale Weise versucht &#8211; unter ausschlie\u00dflicher Verwendung von <b>Original-Klangmaterialien<\/b> der drei Klangkategorien: <b>Natur<\/b>, <b>Tier<\/b> und <b>Mensch<\/b> &#8211; bei kontinuierlicher <b>Molekularisierung<\/b> und <b>Transformierung<\/b> des realen Klanges, multilineare, artifizielle <b>KlangGef\u00fcge<\/b> zu erzeugen, die aus ihrer eigenen Mitte, in <b>Selbstintensivierungsschleifen<\/b> eigendynamisch vibrierende Klangenergien, quasi <b>Intensit\u00e4tsstr\u00f6me<\/b> von <b>Ger\u00e4uschKlangPartikeln<\/b> freisetzen, um <b>entsubjektivierte Ausdrucksmaterien<\/b> und <b>Affektketten<\/b> zu <b>heterogenen Klang-Milieus<\/b> mannigfaltigster Art amalgamieren zu lassen eigendynamisch vibrierende Klangenergien, quasi Intensit\u00e4tsstr\u00f6me von Ger\u00e4uschKlangPartikeln freisetzen, um entsubjektivierte Ausdrucksmaterien und Affektketten zu heterogenen Klang-Milieus mannigfaltigster Art amalgamieren zu lassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/joachimkrebs.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Artificial_Soundscapes.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-94\" src=\"http:\/\/joachimkrebs.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Artificial_Soundscapes-300x151.jpeg\" alt=\"Artificial Soundscapes\" width=\"300\" height=\"151\" srcset=\"http:\/\/joachimkrebs.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Artificial_Soundscapes-300x151.jpeg 300w, http:\/\/joachimkrebs.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Artificial_Soundscapes.jpeg 536w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"textnormal\">Die quasi aus den drei Grundkomponenten (Natur, Tier und Mensch) zusammengeschmolzenen <b>tempor\u00e4ren Klangbl\u00f6cke<\/b> mit ihren <b>zirkul\u00e4ren Segmentarit\u00e4ten<\/b> und kontinuierlich <b>oszillierenden Intensit\u00e4tsschichten<\/b> repr\u00e4sentieren unterschiedlichste <b>Intensit\u00e4tszonen<\/b> des kontinuierlich fluktuierenden <b>&#8222;KlangWerdens&#8220;<\/b> von Natur, Tier und Mensch.<\/p>\n<p>Die <b>Klangelemente<\/b> sind ausschlie\u00dflich &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Ursprungs (also z.B. <em>keine<\/em> Maschinenger\u00e4usche oder instrumentale oder synthetische Kl\u00e4nge!). Der artifizielle Aspekt der Klangkompositionen manifestiert sich <em>nur<\/em> in der digitalen &#8222;Bearbeitung&#8220; s\u00e4mtlicher Parameter der verwendeten <b>organischen Klangquellen<\/b>.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlich an diesen <b>Klangkompositionen<\/b> sind nicht <b>ihre Klangkomponenten<\/b> sondern nur ihre <b>Transformationen<\/b>!<\/p>\n<p>Die <b>Heterogene<\/b> zwischen Realit\u00e4t und virtueller Realit\u00e4t funktionieren in einer <b>symbiotischen Mannigfaltigkeit<\/b> und Verschmelzung, die sich in ein <b>&#8222;Werden von \u00dcberg\u00e4ngen&#8220;<\/b> mit beweglichen R\u00e4ndern verwandelt. Diese wiederum kn\u00fcpfen ein Netz, welches sich \u00fcber ein <b>amorphes Kontinuum<\/b> erstreckt, um damit eine ungreifbare Atmosph\u00e4re zu schaffen, in der ungeformte Materialien &#8222;umhertanzen&#8220;, die sich vor allem durch ihre <b>Geschwindigkeit<\/b> und <b>r\u00e4umlichen Bewegung<\/b> unterscheiden und je nach ihren <b>Verbindungen<\/b> oder <b>Bewegungsverh\u00e4ltnissen<\/b>, in dieses oder jenes interaktive, <b>individuierte KlangGef\u00fcge<\/b> eingehen.<\/p>\n<p>Aus dem &#8222;Chaos&#8220; werden <b>organische KlangMilieus<\/b> geformt, <b>vibrierende Klangbl\u00f6cke<\/b> aus Raum und Zeit, die durch <em>permanent variierte<\/em>, periodische Wiederholung der Komponenten gebildet werden. <b>Natur<\/b>, <b>Tier<\/b> und <b>Mensch<\/b> bilden ein <b>inneres Milieu<\/b> aus zusammensetzenden Elementen und zusammengesetzten Substanzen. Die einzelnen, vorgefundenen <b>Klangereignisse<\/b> werden selbst zu <b>Oszillatoren<\/b>, welche wiederum zu <b>Interaktionskr\u00e4ften<\/b> werden, um Affekte, Ausdrucksmaterien, Flie\u00dfkr\u00e4fte, Verh\u00e4ltnisse von Schnelligkeit\/Langsamkeit, verschiedene Dichtegrade oder R\u00e4umlichkeiten fluktuieren zu lassen.<\/p>\n<p>Die <b>Klangmaterie<\/b> h\u00f6rt auf, eine <b>Inhaltsmaterie<\/b> zu sein, um zu einer <b>Ausdrucksmaterie<\/b> zu werden!<\/p>\n<p>Die &#8222;reine&#8220; <b>Ausdrucksmaterie<\/b> schafft durch ein frei flottierendes, variables und komplexes Kontrapunkte\/Kontralinien-System einen transversalen, beweglichen <b>Klangblock<\/b> <em>zwischen<\/em> Ger\u00e4usch, Klang und Ton im <b>multilinearen Gef\u00fcge<\/b> der <b>horizontalen Klanglinien<\/b> (wie Frequenz, Rhythmus etc.) und der <b>vertikalen Klangr\u00e4ume<\/b> (wie Resonanz, Klangfarbe etc.). Es bilden sich <b>horizontale Schichten<\/b> und <b>vertikale Schnitte<\/b>.<\/p>\n<p>Kleine <b>ritornellartige Motive<\/b> (Loops!) beziehen sich nicht mehr auf sich selbst oder auf eine <b>Landschaft<\/b>, einen <b>Vogel<\/b> oder ein <b>Kind<\/b>, sondern enthalten und entwickeln <em>in sich<\/em> Landschaften bzw. V\u00f6gel oder Kinder, die <em>so<\/em> real nicht existieren. <b>Virtuelle Klanglandschaften<\/b> werden von transformierten, <b>rhythmischen Klangfiguren<\/b> bev\u00f6lkert, die dann entstehen, wenn man nicht mehr die einfache Situation eines Rhythmus vor sich hat, der z.B. mit einem Naturelement, einem Tier, einem bestimmten Menschen, einer Melodie oder einem Impuls verbunden ist. Jetzt ist der Rhythmus selber die ganze Figur und kann daher konstant bleiben, aber auch zu- oder abnehmen und zwar durch ein Hinzuf\u00fcgen oder Wegnehmen einzelner Komponenten, durch zu- oder abnehmende Dauern oder durch Verst\u00e4rkung oder Abschw\u00e4chung der Dynamik.<\/p>\n<p>Die <b>Klanglandschaft<\/b> erscheint als <b>Ensemble von Ausdrucksmaterien<\/b> im <b>geschichteten Klangsystem<\/b> der rhythmischen Figur mit &#8222;unendlichen&#8220; Transformationen.<\/p>\n<p>Das <b>Natur-Tier-Mensch-Werden<\/b> der &#8222;Musik&#8220; gelingt in dem Ma\u00dfe, wie die Natur bzw. das Tier oder der Mensch dabei ist, etwas anderes zu werden:<br \/>\n&#8222;reine&#8220; Linie, &#8222;reiner&#8220; Klang, &#8222;reine&#8220; Farbe, &#8222;reine&#8220; Bewegung, &#8222;reiner&#8220; Rhythmus, &#8222;reiner&#8220; Zustand etc.<\/p>\n<p>Wie kann man nun aber das vorgefundene und \u00fcber Jahre hinweg gesammelte, sorgsam gesichtete und ausgesuchte, heterogene <b>&#8222;O-Tonmaterial&#8220;<\/b> konsistent machen, damit es <b>unh\u00f6rbare\/undenkbare Kr\u00e4fte<\/b> und <b>virtuelle Energien<\/b> freisetzen und zum Klingen bringen kann? Ich glaube, da\u00df vor allem zwei Verfahrensweisen im Vordergrund stehen und hier etwas n\u00e4her beschrieben werden sollen: die <b>Molekularisierung<\/b> und die <b>Transformierung<\/b>.<\/p>\n<p>Die <b>Molekularisierung<\/b> geschieht vor allem mittels eines digitalen <b>Klangprozessors<\/b>, dem <b>Sampler<\/b>, der u.a. wie ein Hochleistungsmikroskop die molekulare Binnenstruktur des Klanges h\u00f6rbar und &#8211; in einem vorher nie gekannten Ausma\u00df und dies erst seit ca. 15 Jahren! &#8211; f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Arbeit verf\u00fcgbar macht. Die in ihrer Auswirkung heute noch nicht absch\u00e4tzbare &#8222;Revolution&#8220; auf dem Gebiet der elektroakustischen Musik, die durch den k\u00fcnstlerischen Einsatz des <b>Samplers<\/b> ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte, steht uns, meiner Meinung nach, erst noch bevor. Wir stehen vielleicht erst am Anfang einer Entwicklung, in der die <em>k\u00fcnstlerisch transformierte<\/em>, <b>molekulare Binnenstruktur<\/b> des &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Klanges uns die sog. &#8222;Wahrheit&#8220; <em>h\u00f6ren<\/em> l\u00e4\u00dft, da\u00df (vielleicht) <em>alle<\/em> Arten des Werdens molekular sind.<\/p>\n<p>Das <b>Molekulare<\/b> ist imstande, das <b>Elementare<\/b> und das <b>Kosmische<\/b> miteinander kommunizieren zu lassen &#8211; gerade weil es eine <b>Aufl\u00f6sung<\/b> der <b>Form<\/b> bewirkt, die die unterschiedlichsten L\u00e4ngen- und Breitengrade, die verschiedensten Schnelligkeiten und Langsamkeiten miteinander in Verbindung bringt und ein <b>Klangkontinuum<\/b> sicherstellt, weil es die <b>Variation<\/b> weit \u00fcber seine formalen Grenzen hinaus ausdehnt.<\/p>\n<p>Statt von <b>Form<\/b> in dieser <b>Klangkunst<\/b> sollte man lieber von der <b>Konsistenz<\/b> der vom Klangk\u00fcnstler im wahrsten Sinne des Wortes komponierten &#8211; zusammengestellten, oder noch besser, zusammengesetzten &#8211; <b>KlangMilieus<\/b> sprechen. Wie ist die <b>Konsistenz<\/b>, der Zusammenhang, der einzelnen vom K\u00fcnstler artifiziell arrangierten <b>KlangMolek\u00fcle<\/b> beschaffen &#8211; ja, wie ist der innere Zusammenhalt der <b>KlangGef\u00fcge<\/b> untereinander?<\/p>\n<p>Ein <b>Formplan<\/b> sollte durch einen <b>Konsistenzplan<\/b> ersetzt werden!<\/p>\n<p>Die <b>Transformation<\/b> der molekularisierten Kl\u00e4nge besorgen, neben dem Sampler, vor allem die sog. digitalen <b>Effektprozessoren<\/b>, die insbesondere f\u00fcr die <b>Umwandlung<\/b> der <b>Inhaltsmaterie<\/b> in eine reine <b>Ausdrucksmaterie <\/b>mittels <b>Transcodierung<\/b> ihrer herk\u00f6mmlichen Klangcharakteristika und inhaltlichen Bedeutungen verantwortlich sind. Dies geschieht vor allem durch mannigfaltigste und permanente Transformationsprozesse der \u00fcblichen <b>&#8222;WoWieWann-Parameter&#8220; <\/b>(wie z.B. Frequenz, Amplitude, Klangfarbe, Dauer und Ort des Klanges) zur Erzeugung von <b>artifiziellen Tonlinien<\/b> und <b>Klangfiguren<\/b> \u00fcber <b>mutierte Klangfarben<\/b> und <b>Klangrhythmen<\/b> bis hin zu <b>virtuellen Resonanzen<\/b> und <b>Klangr\u00e4umen<\/b>.<\/p>\n<p>Durch permanente Vermischung der Original-Tonmaterialien mit ihren aus ihnen selbst erzeugten <b>&#8222;Quasi-Mutationen&#8220;<\/b>, werden neue <b>Regionen<\/b> kontinuierlicher Energie- und Intensit\u00e4tsstr\u00f6me evoziert, die <em>jenseits<\/em> von <b>purer Nat\u00fcrlichkeit<\/b> oder <b>reiner Abstraktion<\/b> k\u00fcnstliche Kombinationsmischungen kreieren, welche nur in solch spezifischen <b>ZwischenMilieus<\/b> gedeihen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der <b>Mikrostruktur dynamisch<\/b> und der <b>Makrostruktur statisch<\/b> wirkende <b>Klangr\u00e4ume<\/b> mit variablen, artifiziellen &#8222;Schw\u00e4rmen von Kl\u00e4ngen&#8220; und heterogen-organischem &#8222;Gewimmel von Ger\u00e4uschen&#8220; bilden eine gewaltige <b>Konsistenzebene<\/b>, die mit unterschiedlichen Variablen der Geschwindigkeit unabl\u00e4ssig Formen, Funktionen, Figuren und Elemente mitrei\u00dft, um <b>Partikel<\/b> und <b>Affekte<\/b> aus ihnen herauszul\u00f6sen, um durch deren <b>Vermischung<\/b> transversale, dynamische <b>Klangbl\u00f6cke<\/b> <em>zwischen<\/em> <b>Ger\u00e4usch<\/b>, <b>Klang<\/b> und <b>Ton<\/b> zu bilden.<\/p>\n<p>Die <b>digitalen Klangprozessoren<\/b> erzeugen in eigendynamischen Selbstintensivierungsschleifen <b>permanente Klangmutationen<\/b>, die vom Klangk\u00fcnstler zu einem virtuellen <b>organlosen Klangk\u00f6rper<\/b> geformt werden, in dem die <b>Klang- und Effektprozessoren<\/b> als <b>abstrakte Maschinen<\/b> die idealen Klanginstrumente und somit die kongenialen Partner des vision\u00e4ren Klangk\u00fcnstlers darstellen. Die <b>abstrakte Maschine<\/b> repr\u00e4sentiert so etwas wie ein <b>Komplex<\/b> von <b>Schnittstellen<\/b>, die in ein organisches Gef\u00fcge wie z.B. Wasser, Insekt oder Frauenstimme eindringen um <em>dessen<\/em> <b>Variationen<\/b> aufzuzeichnen, zu molekularisieren und zu transformieren.<\/p>\n<p>Die <b>Klang- und Effektprozessoren<\/b> k\u00f6nnen u.a. durch sog. &#8222;Soundmorphing-Prozesse&#8220; das Gef\u00fcge einer Art auch f\u00fcr Gef\u00fcge \u00f6ffnen, die <em>zwischen<\/em> den Arten liegen. Wasserblubbern kann so zu abstrakt rhythmisierten <b>Klangfiguren<\/b> vermeintlich perkussiver Vokalkl\u00e4nge mutieren oder Insektenzirpen sich in matrixartige <b>KlangFarbenRhythmusGitter<\/b> verwandeln, die wiederum ihrerseits als akustisches Koordinatennetz f\u00fcr stark transformierte Vogelges\u00e4nge dienen. Die Klang- und Effektprozessoren k\u00f6nnen aber auch ein Gef\u00fcge abschlie\u00dfen und in sich kreisen lassen, oder auch \u00fcber alle Gef\u00fcge hinausgehen, um eine <b>\u00d6ffnung<\/b> zum <b>Kosmos<\/b> zu produzieren, in dem <b>befreite Klangatome<\/b>, unter quasi &#8222;chemischen&#8220; Bedingungen der <b>Aktion &#8211; Reaktion<\/b>, <b>losgelassene Molek\u00fcle<\/b> auf virtuellen <b>Fluchtlinien<\/b> frei rotieren lassen.<\/p>\n<p>Bei all diesen Klangprozeduren wird die neueste <b>Digitaltechnologie<\/b> jedoch nicht zur eigentlichen Klangproduktion <em>an sich<\/em> benutzt und, um mit einem Begriff der <b>\u00d6kologie<\/b> zu sprechen, k\u00fcnstliche und nur schwer oder gar nicht &#8222;abbaubare&#8220; Klangelemente herzustellen &#8211; die ja oft genug nur einen weiteren Beitrag zur weltweiten akustischen &#8222;Umweltverschmutzung&#8220; darstellen &#8211; sondern, die nach \u00e4u\u00dferst kritischer Pr\u00fcfung f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Arbeit ausgew\u00e4hlten neuesten technologischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Musik dienen hier dem Klangk\u00fcnstler zur analytischen Sichtung und Untersuchung von vorgefundenen <b>organischen Klangmaterialien<\/b>, um <em>deren<\/em> eigendynamische <b>Werdensprozesse <\/b>und <b>molekulare Binnenstrukturen<\/b> aufzuzeichnen, zu studieren und f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Arbeit verf\u00fcgbar zu machen.<\/p>\n<p>Gerade mit der Hilfe digitaler <b>Computertechnologie<\/b> kann es dem K\u00fcnstler mit seinen Klangkompositionen hoffentlich gelingen auf der <b>&#8222;Schnittstelle&#8220; Mensch-Natur<\/b> ein <b>akustisch vision\u00e4res Zwischenplateau<\/b> zu evozieren, welches in den gelungensten Momenten im H\u00f6rer dieser Klangkunst jenen, um mit Bloch zu sprechen, <b>&#8222;utopischen Funken&#8220;<\/b> zu entz\u00fcnden, der vielleicht ein positives Antizipationsmodell f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis <b>Mensch-Natur-Technik<\/b>, zumindest akustisch, imaginiert.<\/p>\n<p>Joachim Krebs<br \/>\nApril 1997<\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\">*) Viele Termini und Denkweisen dieses Textes sind stark beeinflu\u00dft oder wurden direkt von den Schriften des franz\u00f6sischen Philosophen Gilles Deleuze \u00fcbernommen und im besten &#8222;rhizomatischen&#8220; Sinne in neue Zusammenh\u00e4nge gestellt. Auch in den Klangkompositionen des Projektes Artificial Soundscapes ist die &#8222;Gedanken-Aura&#8220; von Deleuze in mannigfaltigster Weise pr\u00e4sent, und die &#8222;Musik&#8220; hat ihr viele Inspirationen zu verdanken, weshalb das gesamte Projekt Artificial Soundscapes diesem gro\u00dfartigen und vision\u00e4ren Denker von Herzen gewidmet ist.<\/span><\/p>\n<p>Jede Klangkomposition des Zyklus <b>Artificial Soundscapes<\/b> existiert in zwei Versionen:<\/p>\n<ul>\n<li>als <em>Stereofassung<\/em> f\u00fcr CD, Video, Rundfunksendung etc.<\/li>\n<li>als <em>mehrkanalige RaumklangInstallation<\/em> f\u00fcr Auff\u00fchrung, Live-Performance, Multi-Media-Projekte etc. Hierbei kommt das &#8211; in Zusammenarbeit mit der Komponistin und Medienk\u00fcnstlerin <b>Sabine Sch\u00e4fer<\/b> und dem Informatiker <b>Sukandar Kartadinata<\/b> &#8211; <em>exklusiv<\/em> entwickelte computergesteuerte <b>Raumklangsteuerungssystem <i>Topoph 40D<\/i><\/b> zum Einsatz, mit dem der Klang <em>real<\/em> <b>dreidimensional<\/b> im Raum bewegt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"textnormal\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klangkompositionen des Zyklus Artificial Soundscapes versuchen, jenseits von traditionellen Kategorien und Begriffen, wie z.B. auf der einen Seite der des autonomen Kunstwerks und der absoluten (Kunst)musik sowie auf der anderen Seite der der reinen Ger\u00e4uschcollage\/-montage bis hin zum Sounddesign einer funktionablen Ambientemusik, im &#8222;Dazwischen&#8220;, eine Klangkunst zu etablieren, welche auf radikale Weise versucht &#8211; <a href=\"http:\/\/joachimkrebs.de\/?page_id=24&#038;lang=de\"> read more <span class=\"meta-nav\"><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"class_list":["post-24","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/24","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/24\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90,"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/24\/revisions\/90"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/joachimkrebs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}